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16. Münchner Klinik Seminar 9. + 10. Feb. 2015

10 Punkte Statement und Resümee der Veranstaltung
(Take-Home-Message)

Anchorman Dr. Michael Meyer, Erlangen

„Qualität ist unser Kernthema, wenn wir da nachlassen, haben wir verloren.“

R. Wiedemann,10.02.2015



1.  Das „Problem" der
Investitionskostenfinanzierung wird mit dem Eckpunkte-Papier nicht adressiert. Der geplante Strukturfonds soll zur Stilllegung und Umwidmung dienen und nicht zur Auflösung des Investitionsstaus. Die Investitionsfinanzierung bleibt weiterhin ohne Perspektive.

2.  Was ist Qualität?
Qualität ist auch immer eine Frage der Perspektive. Patientenzufriedenheit als maßgebliches Kriterium für Qualität muss Berücksichtigung finden. Qualitätsberichte müssen patientengerecht aufbereitet sein. Wie kann die „Strukturqualität" optimiert werden?

3.  Die geplanten
Qualitätsmaßnahmen werden zu einer weiteren Zunahme der Bürokratie führen. Insbesondere die Kontrollen durch den MDK und neue Qualitätsindikatoren erhöhen den Dokumentationsaufwand enorm.

4.  Sicherstellung versus Qualität. Ein
Ausschluss von Krankenhäusern bei unzureichender Qualität aus dem Krankenhausplan darf nicht zur Versorgungslücken führen. Der Zugang zu medizinischer Versorgung muss sichergestellt sein.

5.  Krankenhäuser können auch
proaktiv ihre Situation beeinflussen: Die Entwicklung der Rahmenbedingungen ist bekannt.

6.  Die
Universitätsklinika in Deutschland stehen aufgrund ihrer besonderen Aufgaben und dem damit einhergehenden finanziellen Aufwendungen unter erhöhtem Druck. Optimierungsstrategien durch die Häuser selbst sind bereits ausgereizt. Das Eckpunktepapier greift die Problemfelder auf, jedoch kommt es auf die konkrete Umsetzung an.

7.  Den Universitätsklinika kommt eine
besondere Bedeutung im Bereich „Innovationen" zu. Die Strukturen, um Innovationen anzuwenden und zu evaluieren, sind vorhanden. Jedoch darf die Einführung von Innovationen nicht durch eine fehlende Finanzierung und Vergütung erschwert werden.

8.  Bei den
Beschaffungsorganisationen steht ein Umdenken an – von der Einkaufskooperation zur Einkaufsgemeinschaft mit verbindlicher Leitungs- und Koordinationsfunktion, d.h. Erweiterung des Leistungsportfolios.

9.  Industrieanbieter sind aufgefordert, das
Produktportfolio und die begleitenden Dienstleistungen neu zu definieren. Einkaufsgemeinschaften positionieren sich als kollegiale Partner.

10. Kliniken erwarten eine
Anpassung der Vertriebsstrukturen an die Entscheidungs- und Beschaffungsprozesse sowie eine an den Leistungsprozess angepasste Produktpalette.


Die Take-Home-Message steht hier zum Download bereit:

Take-Home-Message 16. Münchner Klinik-Seminar




16. Münchner Klinik Seminar  am 9. und 10. Februar 2015

Wird das die große Krankenhausreform?
Kritiken und Gegenvorschläge der Insider und Experten
zum Konzept der Bund-Länder-Kommission
und
Zur Sanierung der Uniklinika.
Update Klinikeinkauf 2015.



Zusammenfassung und Schlussfolgerungen von

Dr. Michael Meyer
, Vice President National Account Management, Vice President Health Policy
Martina Unseld, Manager Health Affairs
Siemens Healthcare Deutschland


Rahmenbedingungen für Krankenhäuser und Uniklinika

Das von der Bund-/Länder Arbeitsgruppe im Dezember 2014 vorgelegte Eckpunktepapier für eine Krankenhausreform setzt zwei Themenschwerpunkte: Die Qualität in der stationären Versorgung und den Abbau von Überkapazitäten. Ein Aspekt, der jedoch auch weiterhin nicht adressiert wird, ist die unzureichende Investitionskostenfinanzierung. Der geplante Strukturfonds soll dazu dienen, den Abbau von Überkapazitäten, die Konzentration von Krankenhausstandorten sowie die Umwandlung von Krankenhäusern in nicht-akutstationäre lokale Versorgungseinrichtungen zu fördern. Für eine Auflösung des Investitionsstaus werden hingegen keine finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt.
Für Uniklinika mit ihren besonderen Aufgaben wie Forschung und die Behandlung von seltenen Erkrankungen stellt sich die Situation besonders prekär dar. Zwar können interne Kompensationsstrategien wie bspw. Outsourcing-Maßnahmen oder Systempartnerschaften mit Industriepartnern die finanzielle Lage verbessern, jedoch bleibt festzustellen, dass vorhandenes Rationalisierungspotenzial weitestgehend ausgeschöpft zu sein scheint. Durch fehlende finanzielle Mittel wird auch die Einführung von Innovationen erschwert. Dies ist umso bedauerlicher, als dass die notwendigen Strukturen, um Innovationen anzuwenden und zu evaluieren, bereits vorhanden sind. Das Eckpunktepapier greift zwar einige Problemfelder auf, jedoch kommt es auf die konkrete Umsetzung an. Vor 2016 sind keine Verbesserungen zu erwarten.


Qualität in der stationären Versorgung

Im Bereich „Qualität" sieht das Eckpunktepapier weitreichende Maßnahmen vor. Der G-BA und das neu gegründete Qualitätsinstitut werden eine Vielzahl neuer Aufgaben übernehmen. So soll der G-BA bis Ende 2016 einen Katalog von Leistungen erstellen, für deren Erbringung Zuschläge oder Abschläge vorzusehen sind. Krankenhäuser sollen ein Jahr Zeit erhalten, beanstandete Mängel zu beseitigen, bevor sie Abschläge hinnehmen müssen. Darüber hinaus soll die von Krankenhäusern geleistete Qualität auch bei der Krankenhausplanung berücksichtigt werden. Ein Ausschluss von Krankenhäusern bei unzureichender Qualität aus dem Krankenhausplan darf jedoch nicht zu Versorgungslücken führen. Der Zugang zu medizinischer Qualität muss sichergestellt werden.
Damit Patienten sich besser über die Qualität von Krankenhäusern informieren können, sollen zukünftig auch die Qualitätsberichte verständlicher und transparenter werden. Dabei ist Qualität auch immer eine Frage der Perspektive und der Messbarkeit. Hier muss eine stärkere Orientierung an den Interessen der Patienten stattfinden. Inwieweit auch die Patientenzufriedenheit zukünftig als Kriterium für Qualität berücksichtigt wird, bleibt abzuwarten.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die geplanten Qualitätsmaßnahmen  zu einer weiteren Zunahme der Bürokratie führen werden. Insbesondere die Kontrollen durch den MDK und neue Qualitätsindikatoren werden den Dokumentationsaufwand erheblich erhöhen.


Beschaffungsorganisationen im Wandel

Einkaufsgemeinschaften und –verbünde werden aufgrund steigender Gesundheitsausgaben auch weiterhin an Bedeutung und Einfluss gewinnen. Dies bedeutet auch für die Industrie, sich zunehmend auf neue „Spielregeln" einstellen zu müssen. Insbesondere ist eine Anpassung interner Prozesse, des Produktportfolios und der begleitenden Dienstleistungen gefordert. Aber auch auf Seiten der Beschaffungsorganisationen finden Veränderungen statt. So werden aus Einkaufskooperationen Einkaufsgemeinschaften, die sich durch das Prinzip „Organisationsnutzen vor Einzelnutzen" auszeichnen und verbindliche Leitungs- und Koordinationsfunktion aufweisen.
Bei Beschaffungsentscheidungen wird, trotz des Kostendrucks, Qualität auch weiterhin ein maßgebliches Kriterium sein. Bei Einkaufsentscheidungen steht das Wohl des Patienten im Vordergrund. Um den Einkauf zu optimieren erwarten Kliniken von ihren „Lieferanten" eine an den Leistungsprozess angepasste Produktpalette.



Die Zusammenfassung steht hier zum Download bereit:

Zusammenfassung 16. Münchner Klinik-Seminar





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