Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 6. MKS


Die Krankenhäuser erleben derzeit mit der Einführung des German Diagnosis Related Group Systems (G-DRG System) die wesentlichste Veränderung der Rahmen-bedingungen seit der Verabschiedung des Krankenhausfinanzierungsgesetzes im Jahre 1972.


Die Zielsetzung des DRG-Systems ist die endgültige Ablösung des Selbstkostendeck-ungsprinzips durch die Einführung eines leistungsorientierten und pauschalierten Entgeltsystems.


So wies das damalige Bundesministerium für Gesundheit in einer Pressemittelung 2001 daraufhin, dass mit dem DRG-System die Zuordnung der Mittel entsprechend der Leistungen eines Krankenhauses erfolgen und somit die Ressourcenallokation verbessert werden kann. Hierdurch sollte dem Grundsatz, "gleiches Geld für die gleiche Leistung" endlich zum Durchbruch verholfen werden.


Während der Veranstaltung wurde deutlich, dass die Beteiligten überwiegend davon ausgehen, dass die politischen Rahmenbedingungen im Gesundheitsmarkt für die nächsten fünf Jahre nahezu stabil bleiben.


Für den Krankenhausbereich heißt das, die Einführung des G-DRG-Systems ist Fakt - das System ist seit Januar 2005 scharfgeschaltet.


Der Akzeptanzgrad, das neue Entgeltsystem als Chance zu sehen, wächst. Die Maximalversorger beurteilen die Zusatzentgelte positiv, was sich insbesondere durch einen niedrigeren Basisfallwert in der Konvergenzphase vorteilhaft auswirkt.


Das neue Fallpauschalensystem ist ein "lernendes System". Herausforderungen bestehen immer noch in den Bereichen "Grouping - coding - pricing - costing". Das zuständige Institut (InEK) leistet ausgezeichnete Arbeit, diese Bereiche kontinuierlich zu verbessern.


Dringend benötigt werden bessere valide Daten von möglichst allen Krankenhäusern. Zur Zeit liefern lediglich 147 Krankenhäuser Datenmaterial, das den Anforderungen des Systems gerecht wird.
Die Repräsentativität muss dringend verbessern.


Das G-DRG-System wird eine beeindruckende Transparenz und damit die notwendige Voraussetzung liefern, um Prozesse besser analysieren zu können und entsprechen zu optimieren.


 

Resümee und Ausblick
 
  1. Bei den verschiedenen Versorgungsformen ist festzuhalten, dass die Disease Management Programme nur schleppend laufen, bei der Teilöffnung der Krankenhäuser für die ambulante Behandlung ein ziemliches Fiasko herrscht und noch keine messbaren Erfolge vorliegen und bei der integrierten Versorgung die vom Gesetzgeber gebotenen Möglichkeiten nicht annähernd genutzt werden.

    Integrierte Versorgung wird nur dann funktionieren, wenn es gelingt, eine für alle Teilnehmer akzeptable Verzahnung von ambulant und stationär zu erreichen und bessere Anreize für die Patienten gefunden werden.

  2. Von Seiten der Kostenträger können neue Versorgungsformen als kundenbegeisterndes Bindungs- und hochqualifiziertes Markenelement angeboten werden.

  3. Die neuen Rahmenbedingungen werden in den Krankenhäuser für eine konsequente und nachhaltige Veränderung der Strukturen und die weitere Erschließung von Wirtschaftlichkeitsreserven sorgen.

  4. Für die Industrieunternehmen bedeutet dies eine weitere Sortimentsstraffung und Standardisierung sowie neue Lieferprozesse und härtere Preisverhandlungen.

  5. Die Nachfrage nach fallbezogenen Komplettprodukte-Angeboten (DRG-Sets, Kits, etc.) wird zunehmen.

  6. Kooperationen zwischen Krankenhäuser und Industrie insbesondere zur Prozessoptimierung sind sinnvoll. Die Organisation und Umsetzung in eine Win-win- Situation steht aber erst in den Anfängen.

  7. Die Zentralisierung der Beschaffung durch professionelle Einkaufsgemeinschaften mit verbesserten und nachhaltigen Durchgriffsmöglichkeiten wird bei den Beteiligten differenziert, mehrheitlich aber kritisch gesehen.
    Einigkeit besteht, dass auch in Zukunft bei der Beschaffung der ärztliche Sachverstand mit einbezogen werden muss.

  8. Qualitätsmanagement im Krankenhaus muss allumfassend und abteilungsgrenzen-überschreitend sein. Gemeinsame Allianzen sind angezeigt. Es muss die Balance gefunden werden, was die für den Patienten notwendige Qualität ist.

  9. Kundenorientierung (Patientenorientierung) wird zunehmend an Bedeutung gewinnen und die Organisation des Krankenhausmarktes neu strukturieren (Tele-Portal-Konzeption).

  10. Politisch sollte stärker über eine neue Gesundheitswirtschaft mit mehr wettbewerblichen Elementen und mehr Eigenverantwortung diskutiert werden. Hierzu bedarf es der Definition bzw. Festlegung eines Leistungskatalogs, den wir solidarisch finanzieren wollen. Was darüber hinausgeht, könnte durch optionale eigenverantwortliche Finanzierungsmodelle abgedeckt werden.


Berlin, im März 2005
Joachim M. Schmitt
Geschäftsführer
Mitglied des Vorstands
Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed)

Copyright © 2021 AD REM TEAM München
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü